St. Peter-Ording strotzt der Naturgewalt Ebbe und Flut
Man konnte meinen, dass es in St. Peter-Ording nach den vielen Bautätigkeiten in den letzten Jahren nun wieder etwas ruhiger wird im schönsten Badeort an der Nordsee. Nach unbestätigten Informationen wurde aber heute bekannt, dass nach dem Ausbau der Kurpromenade (Fertigstellung 2008) die Gemeinde St. Peter-Ording das nächste große Bauprojekt auf den Weg bringen will. Die Ortsgemeinde ist der Auffassung, dass man mit Ebbe und Flut ein großer Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Seebädern wie z. B. an der Ostsee hat. Die Aussage „Die Gäste kommen ans Meer wegen dem Wasser ! Nicht wegen dem Schlickboden“ ist überall im Ort zu hören.
Genau hier will die Gemeinde nun entgegenwirken. In einem ersten Schritt wird zurzeit geprüft, ob es Möglichkeiten gibt, das Meerwasser trotz Ebbe und Flut nicht ablaufen zu lassen. Es wird die Idee verfolgt, eine Art Kaimauer weitläufig um den Strandabschnitt St. Peter-Bad zu bauen. Bei ablaufendes Wasser (Ebbe) sollen die Schotten der Kaimauer geschlossen werden, um das Wasser so am Strand zu halten. Bei auflaufenden Wasser (Flut) würden die Tore wieder geöffnet um einen Austausch des Meerwassers zu ermöglichen. Der Urlauber am Strand soll so wenig wie möglich von dem „Problem“ Ebbe und Flut mitbekommen. Daher ist es geplant, die Mauer flach und weitläufig um den Strand zu ziehen.
Aus Kostengründen kann nicht der gesamte Strand von St. Peter-Ording mit einer Kaimauer umgeben werden. „Das würde uns die Haare vom Kopf fressen“ ist hier im Ort zu hören. In den Ortsteilen Ording und Böhl ist aber der Unmut darüber groß, dass nach dem Ausbau der Seebrücke und der Kurpromenade schon wieder der Strandbereich im Ortsteil Bad aufgewertet werden soll. Hier wird schon wieder von einem Eigeninteresse und Machenschaften in der Gemeindevertretung gesprochen.
Allein schon die Idee für so einen großen Eingriff in die Natur rief die Umweltschützer auf den Plan. Die Vertreter von NABU und Greenpeace haben schon erste Proteste und Demonstrationen geplant. Auch die UNESCO prüft, ob sich diese Baumaßnahme mit dem Weltnaturerbe Wattenmeer vereinbaren lässt. Man darf also gespannt sein, wann es wieder was Neues zu diesem Thema gibt.



